Innovationen an FH
Innerhalb der letzten Dekade wurde mehr wissenschaftliches Wissen erzeugt als während der bisherigen Geschichte des Menschen insgesamt. Die Finanzierung der Wissensproduktion erfolgt zusehends durch die Privatwirtschaft. Während die öffentliche Forschungsförderung bestenfalls leicht zunimmt, steigt die private Finanzierung der Forschung deutlich rascher an.
Die Nachfrage nach - und damit auch das Angebot an - Bildung steigt weiter an. Die am schnellsten wachsenden Hochschulen sind firmeneigene Hochschulen, welche den Mitarbeitenden eine besondere Ausprägung der Praxisorientierung beim Erlangen ihres Abschlusses garantieren.
Bildung und Forschung fügen sich wie Yin und Yan zusammen, mit rasch zunehmender Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien als Triebfeder! Wissen wird allerorts zum Produktionsfaktor, Wissensmanagement zum kritischen Erfolgsfaktor des Individuums in der Wissensgesellschaft.
- zur Sicherung des sich kontinuierlich intensivierenden Wissenstransfers,
- zur Gewährleistung und Durchführung aller Teilaufträge der Fachhochschulen.
Sie ist institutionalisiert im Sinne der beständigen Innovation und Evaluation der Leistungen.
2. "Die Einführung einer wettbewerbsfähigen Forschung und Entwicklung, die im Übrigen im Mittelpunkt des Leistungsauftrags der FH steht, ist prioritär."
Persönliche Beziehungen und Sozialkapital bilden den Kitt, der Beziehungsnetze – egal ob spontan entstanden oder formal gebildet – letztlich zusammenhält. Der Wissenstransfer in solchen Netzen ist die Quelle der Innovation, die sich wegen der sozialen Bindung kaum global, sondern in regionalen Clustern (z.B. in Kompetenznetzwerken) manifestiert. Der persönliche Austausch von Ideen und Erfahrungen fördert die Entstehung von neuem Wissen. Deshalb sind regelmässige face-to-face Meetings wichtig und die Beherrschung des Innovationsprozesses wird zum Schlüsselfaktor. "Valorisierung und Transfer werden zu neuen Hauptaufgaben für die Lehrenden und Forschenden."
Hochschulen verbinden als Drehscheibe die
• Wissen erzeugenden Partner
z.B. aF&E Institute der Hochschulen, Forschungsabteilungen in Unternehmen
mit den
• Wissen nutzenden Partnern
z.B. Firmen, NPO, .
und stellen dabei das Speichern, Aufbereiten, …, und Verteilen des Wissens als Motor der Innovation, als Drehscheibe, als Katalysator im Netzwerk sicher .
Öffentliche Hochschulen in der Schweiz stehen für Werte wie Vertrauen in die Kompetenz und Legitimation zur exklusiven Ausübung dieser Drehscheibenfunktion. "Ohne Vertrauen gibt es keine öffentliche Unterstützung für Wissenschaft und Technologie" . Aber der rasche gesellschaftliche Wandel lässt die Bedeutung herkömmlicher Grundlagen des Vertrauens (Religion, Staat, Militär, Familie, aber auch Erfahrung und Vertrautheit etc.) erodieren. So vital Vertrauen in der Wissensgesellschaft wird, so schwierig ist es, öffentliches Vertrauen nachhaltig zu gewinnen. Hochschulen benötigen deshalb ein Netzwerk vertrauenswürdiger, unabhängiger Experten, welche Qualität attestieren, also Legitimation begründen und damit Vertrauen fördern. Das Qualitätsmanagement hilft, Abläufe transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Diese Transparenz wird u.a. durch ein sehr hohes Mass an Öffentlichkeit von Information erreicht.
4. Die Vertrauensförderung, gestützt auf Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsprinzip, geniesst hohe Priorität.
Die bevorstehenden Veränderungen des BFT-Systems, wie sie in der Botschaft des Bundesrates nachzulesen sind, sind ausgeprägter, als man heute erahnen kann. Ein rein evolutionäres Vorgehen mit schrittweisen Veränderungen dürfte nicht mehr Erfolg versprechend sein. Die Veränderung des Bildungssystems selbst eröffnet die Möglichkeiten tief greifender, hoffentlich nachhaltiger Umgestaltungen. Die BFT Botschaft geht selbstkritisch von einer Umsetzungsdauer von mehr als zehn Jahren aus wegen der "verfassungsrechtlichen, gesetzlichen und kulturellen Änderungen, die die Reform des BFT-Systems erfordert" .
Dies mag damit zusammenhängen, dass die Leistungsangebote nicht mehr wie bis anhin seitens der Wissenschaft vorangetrieben und strukturiert werden. Der Bundesrat legt im Bereich der Bildung als Schwerpunkt die "Bereitstellung der auf dem Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen" fest und unterstreicht dies mit der geforderten Massnahme "Plattform für einen systematischen Informationsaustausch mit den Arbeitsorganisationen über die Bedürfnisse der auf dem Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen."
Die geforderte Erneuerung der Lehre könnte – entsprechende Finanzierung notwendiger Umsetzungsmassnahmen vorausgesetzt – gewaltige Herausforderungen für den Lehrkörper und die Admi-nistration mit sich bringen. Der Bundesrat wird aufgefordert, den "Aufbau einer Content-Industrie als Querschnittaufgabe für die Bereiche Kultur, Bildung und Ökonomie" zu prüfen. Es bleibt offen, wie weit dies über die laufenden Massnahmen wie «Schweizerischer Bildungsserver» und «Virtual Campus Schweiz» hinausgehen könnte – der Einsatz der ICT bleibt aber Schwerpunkt: "Nebst der Fortsetzung der Einführung des E-Government bildet die Thematik des virtuellen Lehr- und Lernraums einen weiteren Schwerpunkt."
- der geforderten Ausrichtung der bereitgestellten Qualifikationen am Arbeitsmarkt und
- der Erneuerung der Lehre mit neuen didaktischen Varianten durch den Einsatz von ICT
zu treffen.
Alle Zitate stammen aus folgender Quelle:
[1] Schweizerischer Bundesrat, "Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Techno-logie in den Jahren 2004–2007", Bern, 2002; http://www.bbt.admin.ch/dossiers/bildung/d/bft.pdf
